Jahresbericht 2025
Die Wasserrettungsorganisation blickt auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Neben wichtigen personellen Entscheidungen konnte die Organisation konstante Veranstaltungen vorweisen und gleichbleibende Mitgliederzahlen.
Neuwahlen und Nachbesetzungen in der Vorstandschaft
Im Januar 2025 wurden die turnusgemäßen Neuwahlen der Vorstandschaft durchgeführt. Bei dieser Wahl wurde der bisherige Vorsitzende erneut im Amt bestätigt. Allerdings trat er kurz nach der Wahl von seinem Posten zurück. Diese unerwartete personelle Veränderung machte es erforderlich, im September eine Nachwahl abzuhalten. Die Nachwahl verlief ohne Widerspruch, sodass Leo Beringer zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Als Stellvertreter steht ihm ab sofort Jonas Denk zur Seite.
Im Zuge der Umstrukturierungen wurde auch Philipp Dunkes in die Technische Leitung und damit in die Vorstandschaft der Ortsgruppe berufen. Gemeinsam mit Hacker Daniel übernimmt er nun die Betreuung der Fachdienste, die Organisation und Durchführung von Ausbildungen und Übungen sowie die Koordination der Wasserrettung.
Die Vorstandschaft ist damit für die kommenden Jahre vollständig besetzt. Neben den bereits im Januar gewählten Beisitzern Sara Wende, Caro Lögl und Philipp Denk sowie der Kassier Sabine Weixelbaum, ist das Leitungsteam gut aufgestellt, um die anstehenden Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.

Mitgliederentwicklung auf konstanten Niveau
Die Mitgliederzahlen blieben im Jahr 2025 mit etwas unter 500 Mitgliedern konstant. Saisonbedingte Fluktuationen zum Ende und Beginn der Trainingssaison waren vorhanden, diese glichen sich jedoch aus und wurden bereits in den letzten Jahren beobachtet. Besonders erfreulich ist der weiterhin hohe Anteil an jungen Mitgliedern. Rund 40 % der Mitglieder gehören der Jugend an, was die erfolgreiche Nachwuchsarbeit und die Attraktivität der Organisation für junge Menschen unterstreicht.
Einsatz und gesellschaftliche Bedeutung
Die Wasserrettungsorganisation leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit an Gewässern. Neben der klassischen Rettungstätigkeit umfasst das Engagement auch Präventionsarbeit, Schulungen und die Unterstützung bei Großveranstaltungen. Die hohe Einsatzbereitschaft der Mitglieder und die kontinuierliche Ausbildung garantieren, dass im Ernstfall schnell und professionell Hilfe geleistet werden kann.
An fünf Wochenenden wurden wieder Samstag und Sonntag Wachdienste im Deininger Schwimmbad durchgeführt.
Unterstützung der örtlichen BRK-Bereitschaften bei Sanitätsdiensten von großen Events wie Rossmarkt, Volksfest, Chinesenfasching, die Absicherung des Zirkus Sambesi am Baggersee Sengenthal, diversen Kleinveranstaltungen sowie zuletzt beim Perchtenlauf in Beilngries.
Mehrere interne Übungen dienten dazu, neue Einsatzmaterialien zu testen und die Handhabung zu proben. Unter anderem fand eine Nachttauchübung sowie Übungen der Schnelleinsatzgruppe (SEG) am Kanal sowie eine SEG-Übung statt.
Übung der Kreiswasserwacht in Mühlhausen: Gemeinsam mit den anderen Wasserwachten wurden Personensuche und Versorgung von Verletzten sowie die Übergabe an die Bereitschaften des Roten Kreuzes geübt. Ziel war es, die Zusammenarbeit und Abläufe für den Ernstfall zu optimieren.
Teilnahme an der Katastrophenschutz-Großübung des Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz in Deggendorf in Zusammenarbeit mit der dort ansässigen Bundespolizei. Dort wurde im Rahmen von mehreren Fallbeispielen die Rettung von Personen aus gefluteten PKW Wracks oder die Evakuierung von Familien von überfluteten Hausdächern geprobt. Hier lag der Fokus insbesondere bei der Zusammenarbeit mit anderen Einheiten. Als Höhepunkt musste eine in Brand geratene Flussfähre mit über 50 Verletzten evakuiert werden.
Im Rahmen einer gemeinsame Bootsübung am Kanal wurde die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Bootstypen von FW und WW verbessert.
Das Einsatzaufkommen war 2025 relativ ruhig, neben einem havarierten Sportboot im Berchinger Yachthafen sind wir zu einigen Personensuchen hinzugezogen worden.
Ausbildung und Qualifizierung
Sanitätsausbildung
Eine neue Sanitäterin konnte ausgebildet werden.
Fortbildungen
Drei Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst (WRD) und zwei Wasserretter erhielten ihre Qualifikation und können somit in der Wasserrettung bzw. Schnelleinsatzgruppe mit eingesetzt werden.
Führungskräfteausbildung
Zwei Kameraden aus der Ortsgruppe stellten sich der Fortbildung „Führen im Einsatz III – SEG Führer“ und legten nach 70 Unterrichtseinheiten erfolgreich ihre Prüfung ab.
Fließwasserrettung
Ein wichtiger Schritt für eine bessere Reaktion auf Hochwasser- und Starkregenereignisse wurde mit der Ausbildung der ersten drei Fließwasserretter für die Ortsgruppe gelegt.
Spezialausbildungen
Eine Kameradin stellte sich der umfangreichen Zusatzausbildung zur Rettungsbootführerin, während ein Kamerad nach rund 500 Ausbildungseinheiten über mehrere Jahre am Lehrgang zum Ausbilder Tauchen teilnahm, hier ist die Prüfung noch ausstehend. Ein Kamerad legte erfolgreich die Prüfung zum Ausbilder Rettungsschwimmen ab.
Starke Jugendarbeit
Die Jugendarbeit stellte auch im Jahr 2025 einen wesentlichen Schwerpunkt der Organisation dar. Besonders deutlich wurde dies an den sehr großen wöchentlichen Trainingsgruppen, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Aufgrund des kontinuierlichen Zulaufs und der hohen Nachfrage war es im Oktober notwendig, die Aufnahme neuer Mitglieder vorübergehend zu pausieren. Die drei regelmäßig stattfindenden Trainingsgruppen, die aktuell knapp 120 aktive Kinder und Jugendliche umfassen, haben damit ihre maximale Kapazitätsgrenze erreicht. Dieser Schritt erfolgte, um weiterhin allen Teilnehmenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die notwendige Sicherheit während der Trainingsstunden bieten zu können.
Zu den weiteren Highlights in der Jugendarbeit zählten:
Rettungsschwimmwettbewerb
Teilnahme mit drei Gruppen Stufe 1 und 2. Erzielt wurden in der Kreiswertung die Plätze 3 und 4
Jugendzeltlager
Zusammen mit der Wasserwacht Freystadt verbrachten rund 75 Kinder und Jugendliche Zeit im Naturbad Freystadt. In kleinen Gruppen lernten die Teilnehmer wichtige Themen wie Naturschutz, Erste Hilfe und Rettungsschwimmen kennen. Auch das Gemeinschaftserlebnis kam nicht zu kurz – es gab eine Nachtwanderung, einen Filmabend, Lagerfeuer und Stockbrot.
Maiausflug
Rekordverdächtige 120 Teilnehmende nahmen am traditionellen Maiausflug teil und besuchten die Polizei und Wasserschutzpolizei in Beilngries. Zurück in Berching stärkten sich die Teilnehmenden mit Gegrilltem sowie Kaffee und Kuchen.
Events
Große Beteiligung der Jugend beim Feuerzauber am Kanal und beim Weihnachtsmarkt.
Abzeichen
Im Training wurden 66 Schwimm- und Schnorchelabzeichen erfolgreich abgenommen.
Paddelboottour
Zusammen mit den Ortsgruppen Berg und Neumarkt ging es mit drei Paddelbooten von Vohburg aus durch den beindruckenden Donaudurchbruch bis Kelheim.
Auch das Ausbildungs und Trainingsmaterial für die Jugend konnte aufgestockt und somit weiter ausgebaut werden. So konnte durch eine Spende der Firma Huber umfangreiches Material für den „G.N.U.- Gewässer-, Natur und Umweltschutz“ zugelegt werden, welches auch am Markt der Vereine und im Zeltlager zum Einsatz gekommen ist.
Außerdem wurde eine Wasserrettungspuppe beschafft, mit der die Jugendlichen im Training ihre Rettungsschwimm- und Reanimationsfähigkeiten erlernen und vertiefen können. Die Puppe kann je nach Schwierigkeitsgrad bis zu maximal 80kg beschwert werden, um einen verunfallten Schwimmer möglichst realistisch zu simulieren und diesen an den Beckenrand zu bringen und sofort im Anschluss mit der Wiederbelebung zu beginnen.
Aktuelle Herausforderungen
Trotz aller Erfolge sieht sich die Wasserrettungsorganisation derzeit mit erheblichen und andauernden Schwierigkeiten konfrontiert. Durch den Umbau des BRK-Hauses ist der bisher genutzte Lehrsaal weggefallen, sodass aktuell keine theoretischen Ausbildungen und Fortbildungen in eigenen Räumen stattfinden können. Dies erschwert die ehrenamtliche Arbeit deutlich. Zwar unterstützt die benachbarte Feuerwehr unbürokratisch und stellt Räume zur Verfügung, dennoch bedeutet der Wegfall des eigenen Lehrsaals einen erheblichen Mehraufwand für Ausbildungen, Planungs- oder Vorstandsitzungen.
Hinzu kommt ein anhaltender Mangel an Lager- und Garagenflächen: Die Garagen an der Rettungswache sind derzeit nicht nutzbar, sodass Einsatzmaterial auf mehrere angemietete und privat zur Verfügung gestellte Standorte im Stadtgebiet Berching verteilt werden muss. Insbesondere im Rahmen von Veranstaltungen stellt das die Organisatoren vor Herausforderungen. Auch die Waschhalle ist durch den Umbau nicht verfügbar, was die Pflege und Trocknung von Einsatzmaterial erheblich erschwert. Eine kurzfristige Entspannung dieser Situation ist aktuell leider noch nicht absehbar. Aber auch hier wird mit der Wachleitung des Rettungsdienstes in Berching Herrn Tischner und der stellvertretenden Kreisgeschäftsgeschäftsführerin Jutta Birkl immer konstruktiv an Lösungen und Möglichkeiten gearbeitet. Für den vorübergehenden Umzug waren mehrere Arbeitsdienste nötig, um die „Ausweichquartiere“ entsprechend vorzubereiten und den Umzug zügig abzuwickeln.
Neue Gefahrenlage und angepasste Ausrüstung
Die zunehmenden Hochwasser, Überschwemmungen und Starkregenereignisse der letzten Jahre haben die Anforderungen an die Wasserrettung deutlich verändert. Bereits vor vier Jahren legte der Technische Leiter der Kreiswasserwacht zusammen mit dem Bezirksverband Ndb/Opf den Grundstein für angepasste Einsatzkonzepte und neue Materialien. Für schnell auftretende Starkregenereignisse reichte das bisherige Material wie die üblichen Flachwasser-Jonboote nicht mehr aus.
Deshalb wurde ein neuer Geräteanhänger für besondere Einsatzlagen konzipiert und nach längerer Planungsphase sowie erforderlichen Freigaben in Berching als einer der ersten Anhänger im Bezirksverband in Dienst gestellt.

Der Inhalt des Anhängers umfasst weiteres umfangreiches Ausrüstungsmaterial:
- Zusätzliche Schutzausrüstung (Trocken- und Nassanzüge) für bis zu zehn Wasserrettern
- Ein leichtes, wendiges Raft für raue, sehr seichte Gewässer und Strömungslagen (Starkregen)
- Beleuchtungsanlage für den Einsatz bei Nacht
- Seile und Sicherungsgeräte für die Evakuierungen aus Häusern, leichte Abseiltätigkeiten und Eigensicherung der Einsatzkräfte
- Evakuierungssätze für nicht mehr mobile Personen oder liegende verletzte aus überfluteten Gebäuden bzw. Gebieten.
- Material für den Bau von Seilfähren aus überfluteten Gebieten
- Transportmöglichkeit für Raft und ein, Flachwasserboot mit Motorlagerraum
- Schleifkorbtrage für die sichere Rettung aus unwegsamem Gelände z.B. von Uferböschungen
- Neukonzipiertes und derzeit im Test befindliches Schnelltauchgerät Rapid für den ersten Rettungsversuch ohne längere Vorbereitungszeit.
Insgesamt wurden 90.000 € für Fahrzeug und Ausrüstung aus Fördergeldern und Eigenmitteln investiert. Der Anhänger wird sowohl in der regulären Wasserrettung als auch im Rahmen der überregionalen Alarmeinheiten des Bezirksverbandes eingesetzt wie zuletzt 2024 beim Starkregen in Kastl zur Ablösung der Einheiten vor Ort.
Ausblick auf 2026
Mit einer vollständig besetzten Vorstandschaft und einer starken Mitgliederbasis blickt die Wasserrettungsorganisation zuversichtlich in das kommende Jahr. Die Schwerpunkte für 2026 liegen auf der weiteren Verbesserung der Ausbildung, der Modernisierung der technischen Ausstattung sowie der Intensivierung der Jugendarbeit. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit auf höchstem Niveau zu sichern und die Qualität der Wasserrettung kontinuierlich auszubauen. Durch diese Maßnahmen soll gewährleistet werden, dass die Organisation auch in Zukunft zuverlässig und professionell Hilfe leisten kann – sowohl im Alltag als auch in außergewöhnlichen Einsatzlagen.
Die nächste kommende Veranstaltung ist auf jeden Fall die Teilnahme am Donauschwimmen am 31.01. und die Unterstützung der BRK Bereitschaft Berching für den Sanitätsdienst am Rossmarkt. Zudem sind zum Frühjahr mehrere Ausbildungsabende für die Mitglieder in Planung.
Auch in diesen Jahr wird der Kanal im Feuerzauber in gewohnter Weise stattfinden. Der Termin wurde auf den 24. und 25. Juli 2026 festgelegt.



